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Zwischen Beratung und Therapie – unsere neue Tagungspublikation ist da

Unsere Dokumentation zum Fachtag 2026 „Zwischen Beratung und Therapie – Schnittstellen in der Deradikalisierungsarbeit gestalten“ ist erschienen. Die Publikation greift die Beiträge und Diskussionen des Fachtags vom 26. März 2026 auf und widmet sich einer Schnittstelle, die in der Distanzierungs- und Deradikalisierungsarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnt: dem Zusammenspiel von Beratung, Psychotherapie und Psychiatrie.

Die Beiträge beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Kerstin Sischka von nexus ordnet die psychotherapeutische Arbeit mit Klient:innen aus den Phänomenbereichen Islamismus und Rechtsextremismus ein. Heiner Vogel, Franziska Elias und Alma Fathi beschreiben die Zusammenarbeit von nexus und Grüner Vogel, für die konkrete Fallarbeit. Daran anschließend, betrachten Alma Fathi und Fabian Wichmann von Grüner Vogel die Verschränkung von Radikalisierung und psychischen Belastungen aus der Beratungspraxis. Volkmar Körner und Stefanie Ballscheidt stellen mit BIOS-BW ein etabliertes Modell forensisch-therapeutischer Versorgung vor. Ergänzt werden die Beiträge durch die Einführung von Claudia Dantschke, einem Grußwort von Marcel Komarek vom BAMF und der abschließenden Podiumsdiskussion zu tragfähigen Beratungs- und Therapiestrukturen.

Die Publikation macht deutlich: Psychische Erkrankungen erklären Radikalisierung nicht. Wo psychische Belastungen, ideologische Bindungen, biografische Erfahrungen und Sicherheitsfragen zusammenkommen, braucht es klare Zuständigkeiten, gegenseitiges fachliches Verständnis und verlässliche Kooperationsstrukturen.

Tagungspublikation „Zwischen Beratung und Therapie – Schnittstellen in der Deradikalisierungsarbeit gestalten“
Dokumentation zentraler Beiträge und Perspektiven unseres Fachtags 2026 zu Fragen der Radikalisierung, Deradikalisierung an der Schnittstelle zu therapeutischen Heilberufen, mit Beiträgen von Claudia Dantschke, Marcel Komarek, Kerstin Sischka, Alma Fathi, Fabian Wichmann Volkmar Körner und Stefanie Ballscheidt.

Download der Publikation auf Deutsch (gedruckt verfügbar)

Die Tagungspublikation steht ab sofort digital zur Verfügung und auf Anfrage auch als gedruckte Ausgabe erhältlich. Wer lieber zuhört, findet die Beiträge außerdem in der neuen Staffel unseres Podcasts Präventionsgezwitscher, dort sind die Vorträge des Fachtags auch als Audio verfügbar. Einen Rückblick auf unseren Fachtag 2025 und weitere Beiträge finden Sie hier.

Die Macht der Narrative: Grüner Vogel mit einem Beitrag im neuen Sammelband

Frauen spielen in extremistischen und terroristischen Bewegungen eine vielfältige und oftmals unterschätzte Rolle. Der neue Sammelband „Extremistinnen und Terroristinnen. Rollen, Funktion und Bedeutung von Frauen in Extremismus und Terrorismus“, herausgegeben von Isabelle Holz und Stephan G. Humer, nimmt diese Perspektive genauer in den Blick.

Der Band versammelt wissenschaftliche und praxisnahe Beiträge zu unterschiedlichen Formen weiblicher Beteiligung – von islamistischen und jihadistischen Zusammenhängen über die extreme Rechte bis hin zu linker Militanz. Dabei wird deutlich, dass Frauen keineswegs ausschließlich als passive Mitläuferinnen oder Opfer zu betrachten sind, sondern in unterschiedlichen Funktionen aktiv an extremistischen Strukturen und Prozessen beteiligt sein können.

Wir freuen uns sehr, dass Grüner Vogel e. V. mit einem eigenen Beitrag in diesem Sammelband vertreten ist. Darin bringen wir unsere Erfahrungen und Perspektiven aus der praktischen Arbeit ein und möchten damit zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Frauen und ihren unterschiedlichen Rollen in extremistischen Zusammenhängen beitragen.

Wir bedanken uns herzlich bei den Herausgeber*innen für die Möglichkeit, unsere Perspektiven und Erfahrungen einzubringen, und wünschen dem Sammelband eine breite fachliche Resonanz.

Unser Beitrag ist hier bei De Gruyter Brill verfügbar:
Zum Beitrag von Grüner Vogel

Zum gesamten Sammelband:
Zum Sammelband bei De Gruyter Brill

Mehr Publikationen von Grüner Vogel e.V. finden Sie hier.

Arne Augustini, Ibrahim Bebars, Franziska Frosch und Hanno Schedler (2026): Die Macht der Narrative: Einblicke in die Arbeit mit Rückkehrerinnen aus einem dschihadistischen Kampfgebiet. In: Extremistinnen und Terroristinnen. Rollen, Funktionen und Bedeutung von Frauen in Extremismus und Terrorismus. De Gruyter, Berlin. Download

Neue Publikation: Deradikalisierung braucht (Versorgungs-) Sicherheit.

2011 tötete ein rechtsextremer Attentäter bei Anschlägen in Norwegen 77 Menschen. 2016 folgten in Deutschland zwei weitere schwere Gewalttaten: Ein islamistischer Sprengstoffanschlag in Ansbach mit 15 Verletzten sowie der rechtsextreme Anschlag auf das Münchner Olympia-Einkaufszentrum, bei dem neun Menschen getötet und fünf weitere verletzt wurden. So unterschiedlich diese Fälle in Motivlage, Tatdynamik und Einordnung sind, machen sie doch eine gemeinsame politische Herausforderung sichtbar: Wie lassen sich Ideologie, psychische Auffälligkeiten, persönliche Krisen, strategische Selbstinszenierung und Sicherheitsrisiken so zusammendenken, dass Zuständigkeiten, Interventionen und Verantwortung nicht erst nach einer Eskalation geklärt werden? An dieser Schnittstelle setzt dieses Policy Paper an.

Fabian Wichmann, Alma Fathi (2026): Deradikalisierung braucht (Versorgungs-)Sicherheit: Schnittstellen zwischen Radikalisierungsberatung und psychotherapeutisch- psychiatrischer Versorgung. Dist[ex], Berlin. Download | Download barrierearme Version