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Jahresrückblick von Grüner Vogel e.V.

Blicken Sie mit uns zurück auf 2025. Ein Jahr voller Austausch, Zusammenarbeit und neuer Impulse. Und ein Jahr, das wichtige Weichen für das Kommende gestellt hat.

Radikalisierung im Wandel: schneller, jünger, digitaler

In 2025 wurde deutlich, wie grundlegend sich Radikalisierungsverläufe verändert haben: Radikalisierung tritt bei immer jüngeren Menschen auf, verstärkt sich sehr viel schneller und wird in digitalen Räumen nicht nur verbreitet, sondern aktiv geformt – etwa über Influencing-Formate, ideologische Mischlagen und Verschwörungserzählungen, die Polarisierung und letztlich Radikalisierung beschleunigen. 

Vor diesem Hintergrund haben sich die Ebenen in unserer Arbeit noch sichtbarer verschränkt: Fall- und Angehörigenberatung, fachliche Analyse, Transferformate sowie Austausch mit Politik, Verwaltung und Fachnetzwerken. Der rote Faden blieb dabei die Handlungsfähigkeit unter veränderten Bedingungen, gerade dort, wo Sicherheitsfragen, Rechtsstaatlichkeit und Verantwortung ineinandergreifen.

Grußwort des BAMF. Referent steht neben der Bühne. Im Hintergrund eine Leinwand.
Fachtag von Grüner Vogel e.V.

Beratung

Die Beratungsarbeit stand auch 2025 im Zentrum der Arbeit des Grünen Vogels und war dringender denn je. Zahlreiche Anfragen machten deutlich, wie schnell sich Radikalisierungsprozesse zuspitzen und welche weitreichenden Auswirkungen sie auf Familien, soziale Beziehungen und Institutionen haben können. Internationale Krisen, insbesondere der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und der anschließende Krieg in Gaza wurden weiterhin gezielt von islamistischen Akteur*innen für Propaganda und Radikalisierung instrumentalisiert. In der Beratung zeigte sich dabei zunehmend eine gesellschaftliche Spaltung, die sich in vereinfachten Freund-Feind-Deutungen niederschlägt, verstärkt durch soziale Medien wie TikTok und Instagram, über die extremistische Inhalte niedrigschwellig verbreitet werden können und die insbesondere junge Menschen erreichen.


Tagungspublikation „Die Attentäter*innen werden immer jünger“

Tagungspublikation „Die Attentäter*innen werden immer jünger“
Dokumentation zentraler Beiträge und Perspektiven unseres Fachtags 2025 zu Radikalisierung im Jugendalter, Online-Prävention und Jugendschutz – mit Beiträgen von Claudia Dantschke, Dr. Benno Köpfer, Prof. Dr. Peter Neumann, Dr. Anja Frank, Dr. Susann Prätor, Fabian Wichmann und streetwork@online.

Download der Publikation auf Deutsch (gedruckt verfügbar)


Inhaltlich blieb das Spektrum der Beratungsanfragen breit: Neben Anliegen von Angehörigen begleiten wir vor allem Frauen, die aus dem IS-Kontext zurückkehren, in Fragen der Deradikalisierung und Reintegration. Gleichzeitig nehmen Anfragen zur Einordnung und zum Umgang mit Auffälligkeiten aus Schulen und anderen Bildungseinrichtungen weiter zu. Auffällig war 2025 zudem ein Anstieg von Anfragen zur Radikalisierung junger Frauen – ein Trend, der die Bedeutung professioneller Beratungsarbeit unterstreicht und die Arbeit des Grünen Vogels e.V. auch künftig prägen wird. Die vielschichtigen Herausforderungen werden in enger Abstimmung mit unseren Partnern bearbeitet, um Unterstützung verlässlich und passgenau zu gestalten.

Sicherheit, Rechtsstaat, Menschenrechte: Haft und Rückkehr

Ein Themenkomplex, der uns das Jahr über begleitete, betrifft die Schnittstelle zwischen innerer Sicherheit und menschenrechtlicher Verantwortung, nämlich der Umgang mit sogenannten Foreign Terrorist Fighters (FTF). 2025 wurden dafür gezielt Fachdebatten begleitet und Räume für Austausch geschaffen, denn Nicht-Handeln erzeugt Risiken hier in Deutschland. Viele dieser meist jungen Männer aus Deutschland befinden sich unter prekären Umständen in Nordostsyrien in Haft. Die anhaltende Instabilität vor Ort, die Unsicherheit, wie lange diese Haftanstalten überhaupt noch existieren, fehlende rechtsstaatliche Verfahren und die als Katalysator für Radikalisierung wirkenden Haftbedingungen verschieben Gefahren nicht aus der Welt, sondern machen sie schwerer steuerbar. Eine differenzierte Diskussion und Klärung von Möglichkeiten zu rechtsstaatlich kontrollierten Verfahren, Strafverfolgung, Gefahrenbewertung und Prävention ist daher dringlich. 

In diesem Rahmen brachten wir unsere Perspektive aus Beratung und Distanzierungsarbeit auch im Sinne der Unterstützung der deutschen Angehörigen der FTF ein, damit sie nicht mit ihren Fragen alleine bleiben, sondern Orientierung, Einordnung und realistische Handlungsmöglichkeiten erhalten. 


Cover der Publikation im oberen Teil: Drei identische graue Stühle stehen nebeneinander vor einer grauen Wand, der mittlere Stuhl ist durch einen grünen Streifen im Hintergrund hervorgehoben. Darunter der Titel: Zwischen Haft und Rückkehr.

Wichmann, Fabian / Schedler, Hanno / Dantschke, Claudia (2025): Zwischen Haft und Rückkehr – Politische Optionen im Umgang mit inhaftierten IS-Anhängern aus Deutschland. Grüner Vogel e.V., Berlin. Download | Barrierearme Fassung | Download (Kurzfassung)


Konkrete Anlässe, an denen diese Fragen 2025 verhandelt wurden, waren u. a. ein Parlamentarisches Frühstück im Bundestag zur Debatte um deutsche IS-Häftlinge in Nordostsyrien sowie weitere Fachgespräche im Netzwerk. Flankiert wurde das Thema durch Veröffentlichungen und durch die fortlaufende Begleitung von Angehörigenperspektiven.

Diskussionsrunde beim parlamentarischen Frühstück von Grüner Vogel e.V. im Bundestag, mit Mikrofonen und Konferenztisch im Vordergrund.
Parlamentarisches Frühstück

Formate, die tragen: Fachtag, Bundestag, dist[ex] und Fachnetzwerke

Ein Schwerpunkt 2025 lag darauf, Erkenntnisse nicht nur zu sammeln, sondern in Formaten zu bündeln, die Austausch ermöglichen und Schlussfolgerungen für Praxis und Politik ableiten. In diesem Zusammenhang reisten wir quer durch die Republik und referierten national wie auch international, um Themen inhaltlich voranzutreiben:

  • Fachtag von Grüner Vogel e.V. zum Thema Radikalisierung Minderjähriger („Die Attentäter*innen werden immer jünger“) inklusive inhaltlicher Aufbereitung als Fachpublikation sowie Podcast und inhaltlichen Anschlussformaten für den Wissenstransfer.
  • Parlamentarisches Frühstück im Bundestag zur Haft-/Rückkehr-Thematik deutscher IS-Häftlinge und den damit verbundenen Sicherheits- und Rechtsstaatsfragen, zusammen mit Angehörigen und Experten.
  • dist[ex] Online-Fachveranstaltung „Extremismus ohne Grenzen – Deutsche Radikale im Auslandseinsatz“. Im Fokus stand die transnationale Dynamik, dass deutsche Extremist*innen aus unterschiedlichen ideologischen Lagern an bewaffneten Konflikten im Ausland beteiligt sind. Gemeinsam wurde diskutiert, welche sicherheits- und präventionsrelevanten Folgen daraus entstehen und welche Handlungsoptionen sich insbesondere für Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit ableiten lassen.
  • Teilnahme an externen Fachveranstaltungen im Netzwerk und organisiert von Zivilgesellschaft, Behörden oder Wissenschaft, um Entwicklungen frühzeitig zu spiegeln, Vorgehen abzustimmen und Schnittstellen handhabbar zu halten.

Im Jahr 2025 floss die Expertise von Grüner Vogel e.V. auch in die Handlungsempfehlungen der Task Force Islamismusprävention ein. Claudia Dantschke, die bis November 2025 Mitglied der Taskforce war, erarbeitete gemeinsam mit anderen Fachexpertinnen und Fachexperten konkrete Vorschläge für eine nachhaltige Präventionsarbeit. Die Empfehlungen betonen differenzierte Ansätze und stärkere Ressourcen für Regelsysteme wie Schulen und Jugendhilfe, begleitet durch Monitoring von Radikalisierungsverläufen und verlässliche Wissensnetzwerke zwischen Praxis, Wissenschaft und Behörden. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die digitale Dimension: Gefordert werden u. a. eine gesetzlich verankerte Altersbeschränkung sozialer Plattformen (ab 16 Jahren), die konsequente Entfernung demokratiefeindlicher Inhalte, eine Verpflichtung der Plattformen, Präventionsangebote sichtbar zu machen, sowie der Aufbau eines bundesweiten Wissensportals und einer Lehr- und Lernplattform für Fachkräfte.


Deckblatt der Publikation: Radikalisierungsprävention im Zeitalter gesellschaftlicher Unsicherheiten

Handlungsempfehlungen der Task Force Islamismusprävention Radikalisierungsprävention im Zeitalter gesellschaftlicher Unsicherheiten. Task Force Islamismusprävention des Bundesministerium des Innern. Berlin, 2025.

Download der Publikation auf Deutsch und Englisch


2025 ist außerdem dist[ex] gestartet, bei dem wir, gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“, gemeinsam in einem Kooperationsverbund eine bundeszentrale Infrastruktur für Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit aufbauen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmend hybrider ideologischer Gemengelagen und sich gegenseitig verstärkender internationaler Konflikte wird mit dist[ex] die bundesweite, phänomenübergreifende Vernetzung im Feld gestärkt, um so Qualitätsentwicklung voranzubringen und Wissen aus Praxis und Fachdebatten systematischer verfügbar zu machen.

Mit der Politik im Dialog

Grüner Vogel e.V. hat auch die Möglichkeit für einen direkten und parteiunabhängigen Fachaustausch im Bundestag genutzt und durfte beim SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh sowie bei der Grünen-Bundestagsabgeordneten Lamya Kaddor zu Gast sein.

Im Mittelpunkt des konstruktiven Austauschs standen zivilgesellschaftliches Engagement in der islamistischen Deradikalisierungs- und Ausstiegsarbeit sowie zentrale Herausforderungen der Arbeit und Fragen innerer Sicherheit, aber auch Fragen zum Umgang mit „legalistischem“ Islamismus und einer sachlichen Auseinandersetzung damit, da pauschalisierende oder stigmatisierende Zuschreibungen Spaltung fördern und Prävention schwächen können. Aber auch die Zukunft der Präventionsarbeit wurde mit Blick auf dist[ex] eingeordnet.

Europa: Unsere Arbeit im EU Knowledge Hub

Parallel vertiefte sich 2025 der internationale Austausch insbesondere im EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation. Die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen Ideologies and Conspiracy Narratives (Thematic Panel 1) mit leitender Rolle sowie Foreign Terrorist Fighters (Thematic Panel 6) spiegelt unsere fachlichen Schwerpunkte. Aus dieser Arbeit sind 2025 11 Veröffentlichungen im Rahmen des EUKH entstanden, an denen wir aktiv mitgewirkt haben (z. B. Conclusion Papers & Factsheets), die Themen wie Ideologien und Verschwörungserzählungen, Radikalisierung und Jugendradikalisierung sowie Fragen zum Umgang mit FTFs für Praxis und Politik strukturieren.

Gruppenbild des „Ideology & Conspiracy Narratives“ im Rahmen des EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation
Gruppenbild des „Ideology & Conspiracy Narratives“ im Rahmen des EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation

Zusätzlich haben wir uns in der Nachwuchsförderung des EUKH eingebracht und Mentorenschaften im EUKH-Mentorenprogramm übernommen, um den Austausch zwischen Erfahrung, Forschung und Praxis gezielt zu unterstützen.

Online: Nasiha und Kooperation mit Streetwork@online

Auch die Beratung selbst haben wir in 2025 erweitert: Mit dem Projekt Nasiha wurde ein Schwerpunkt der Beratungsstelle Leben gesetzt, der sich kultursensibel und präventiv an Jugendliche und Minderjährige richtet, die mit extremistischen Inhalten in Kontakt kommen oder erste Radikalisierungstendenzen zeigen, inklusive Begleitung des Umfelds in kritischen Phasen. Damit wird auf eine Realität reagiert, die viele Familien und Fachkräfte gleichermaßen erleben: Radikalisierungsdynamiken beginnen häufig früher, verlaufen schneller und sind stärker von digitalen Räumen geprägt.


Frosch, Franziska / Orhon, Kaan (2025). Wie Islam-Fluencerinnen in den sozialen Medien gesellschaftliche Spannungen instrumentalisieren. In: Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Hg.): Wissen schafft Demokratie, Band 17, S. 122–133. Download


Vor diesem Hintergrund haben wir die Kooperation mit streetwork@online weiter ausgebaut, um den Fachaustausch zu qualifizieren sowie niedrigschwellige Zugänge, frühe Kontaktmöglichkeiten und Orientierung dort zu stärken, wo Radikalisierungsprozesse häufig beginnen: auf Plattformen, in Chats und in digitalen Communities.

20 Veröffentlichungen und ein Podcast

Damit unsere Inhalte und Fachexpertise in die Praxis und in die Diskussionen der (Fach-)Öffentlichkeit zurückwirken können, haben wir für verschiedene Medien und Formate Interviews gegeben, in Hintergrundgesprächen bei fachlichen Einordnungen unterstützt und alleine oder im Verbund Fachartikel veröffentlicht, darunter Themen wie Foreign Terrorist Fighters, zu europäischen Präventionsstrategien (Link) und Radikalisierungstendenzen bei Minderjährigen, Antisemitismus als Querschnittsthema, oder digitalen Radikalisierungsdynamiken wie „islamistischem Influencing“. Als zusätzliches Transferformat kam ein eigener Podcast hinzu: „Präventionsgezwitscher“, der begleitend zu unserer Fachtagsdokumentation die Beiträge der Referent*innen für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich macht.

Verstärkung für unser Team

Nicht zuletzt war 2025 auch ein Jahr interner Verstärkung: Neue Kolleg*innen kamen ins Team und haben zusätzliche Perspektiven und Kompetenzen eingebracht. Das hilft dabei, Beratung, fachliche Analyse sowie Netzwerk- und Gremienarbeit im Alltag verlässlich zu verbinden. Gerade weil sich Anforderungen im Feld gleichzeitig verdichten und verändern, ist es wichtig, Expertise kontinuierlich aufzubauen und weiterzugeben.

Fazit: Schnittstelle zwischen Praxis und Infrastruktur

Insgesamt lässt sich 2025 als Jahr beschreiben, in dem Grüner Vogel e.V. die Rolle an der Schnittstelle von Praxis und Struktur weiter konturierte: Beratung nah am Einzelfall und für Angehörige, Themenarbeit nah an veränderten Radikalisierungsdynamiken – und Kooperation dort, wo Prävention, Distanzierung und Ausstieg robuste Infrastrukturen brauchen. Handlungsfähigkeit blieb der Maßstab: in digitalen Räumen, im europäischen Austausch und in Debatten, in denen Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Verantwortung nicht getrennt voneinander gedacht werden können.

2026 wollen wir an das, was wir 2025 angestoßen und verstärkt haben, anknüpfen: Wir vertiefen begonnene Kooperationen, führen bewährte Formate fort und entwickeln sie weiter. Einige bereits erarbeitete Beiträge stehen zur Veröffentlichung an, und daneben ist auch die eine oder andere Überraschung in Vorbereitung. Kurz: Wir machen dort weiter, wo wir aufgehört haben – konsequent, lernend und mit einem Blick für die Dynamiken, die sich im Feld weiter verändern. Ein besonderer Dank gilt allen Partner*innen, Unterstützer*innen und Wegbegleiter*innen, die uns 2025 mit Vertrauen, Austausch und Zusammenarbeit begleitet haben.

Islamismus-Influencerin Hanna Hansen – Einordnung bei ARD Brisant

(ARD) Claudia Dantschke hat dem ARD-Magazin Brisant ein Interview zur islamistischen Influencerin Hanna Hansen gegeben. Darin ordnet sie Hansens Rolle innerhalb der salafistischen Szene ein und beleuchtet, warum ihre Präsenz in den sozialen Medien sicherheits- und präventionsrelevant ist.

Bild von Claudia Dantschke wie sie von der ARD interviewt wird.

Hanna Hansen war lange als Model, DJane und Profisportlerin öffentlich präsent. Heute tritt sie als streng religiöse Influencerin auf, verbreitet salafistische Inhalte und wird von Verfassungsschutzbehörden als eine der einflussreichsten weiblichen Akteurinnen des Islamismus in Deutschland eingestuft – mit Hunderttausenden Followern, darunter viele junge Frauen.

Claudia Dantschke macht deutlich: Besonders brisant ist, dass Hansen als Frau eine prominente, emotional anschlussfähige Vorbildrolle einnimmt. Sie verbindet professionell inszenierte Social-Media-Ästhetik mit einem strikt konservativen Rollen- und Gesellschaftsbild. Gerade diese Mischung kann für junge Frauen attraktiv wirken, die auf der Suche nach Orientierung, Zugehörigkeit oder klaren Lebensentwürfen sind – und birgt zugleich das Risiko ideologischer Verengung und Radikalisierung.

Als Grüner Vogel e.V. beobachten wir diese Entwicklungen aufmerksam und stehen Angehörigen, Fachkräften und Multiplikator*innen beratend zur Seite – mit dem Ziel, problematische Dynamiken früh zu erkennen, Alternativen aufzuzeigen und gefährdete junge Menschen nicht allein zu lassen.

Zum Beitrag (Ab Minute fünf). Mehr zum Thema.

Rückholung als Sicherheitsfrage – Zur Debatte um deutsche IS-Häftlinge in Syrien

Dieser Beitrag blickt auf das parlamentarische Frühstück am 04.11.2025 im Deutschen Bundestag zurück, bei dem Abgeordnete, Expert*innen und Angehörige politische Optionen, rechtliche Grenzen und sicherheitsrelevante Konsequenzen hinsichtlich in Nordostsyrien inhaftierter Anhänger des Islamischen Staates (IS) mit Deutschlandbezug diskutierten. Zwischen Gefahrenabwehr, rechtsstaatlicher Verantwortung und gesellschaftlichen Vorbehalten steht Deutschland vor einer komplexen Aufgabe: Rückholung wäre nicht nur ein humanitärer Akt, sondern primär strategisches Element innerer Sicherheit.

Teilnehmende des parlamentarischen Frühstücks im Bundestag diskutieren engagiert über die Rückholung deutscher IS-Häftlinge aus Syrien. Auf dem Bild, Peter Neumann, Lamya Kaddor und Claudia Dantschke.
Von links nach rechts: Prof. Peter Neumann, MdB Lamya Kaddor und Claudia Dantschke.

Einleitung 

Die Auseinandersetzung mit der Situation von in Nordostsyrien inhaftierten IS-Anhängern mit Deutschlandbezug, berührt gleichermaßen sicherheitspolitische rechtsstaatliche und gesellschaftliche Dimensionen. Sie betrifft Fragen staatlicher Verantwortung, internationaler Sicherheit und der Bewahrung rechtsstaatlicher Prinzipien und weist auf persönliche Schicksale und familiäre Belastungen hin. Die Diskussion um die Rückholung inhaftierter IS-Anhänger berührt zwangsläufig auch die normative Frage, inwiefern Personen Unterstützung erfahren sollten, die in ein Konfliktgebiet ausgereist sind, sich dort freiwillig einer terroristischen Organisation angeschlossen und (mutmaßlich) Verbrechen begangen haben. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob diese Personen nicht weiterhin eine große Gefahr darstellen. Diese Perspektiven sind nachvollziehbar und bedürfen der kritischen Abwägung – insbesondere mit Blick auf die Rückholung und Einbindung dieser Personen in Deradikalisierungs- und Reintegrationsmaßnahmen, die öffentlich häufig als unverdiente Begünstigung wahrgenommen werden. Gleichwohl würden die geordnete Rückholung und rechtsstaatliche Aufarbeitung dieser Fälle in erster Linie dem Schutz der öffentlichen Sicherheit dienen und die Handlungsfähigkeit des Rechtsstaats demonstrieren, der Kontrolle, Strafverfolgung und Gefahrenabwehr in Einklang bringt.

Vor diesem Hintergrund fand am 4. November 2025 im Bundestag ein parlamentarisches Frühstück auf Einladung des Vereins Grüner Vogel e.V. und unter Schirmherrschaft von MdB Lamya Kaddor (Bündnis 90/Die Grünen) statt. Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen mit Angehörigen zusammen, um den Umgang mit in Syrien inhaftierten IS-Kämpfern mit Deutschlandbezug aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu diskutieren.

Kontext

Fast ein Jahr nach dem Sturz des Assad-Regimes befindet sich Syrien in einer unübersichtlichen Übergangsphase, in der rechtliche, humanitäre und sicherheitspolitische Fragen ineinandergreifen. Eine besonders drängende Frage aus deutscher Sicht betrifft Personen, die sich aus Deutschland dem sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen hatten und teilweise seit 2017 in kurdisch kontrollierten Haftanstalten inhaftiert sind.

Etwa 40 Männer mit Deutschlandbezug befinden sich dort unter prekären Bedingungen in Haft – ohne Zugang zu rechtsstaatlichen Verfahren, anwaltlicher Vertretung oder medizinischer Versorgung. Grüner Vogel e.V. mit seiner Beratungsstelle Leben begleitet seit Jahren Angehörige dieser Männer. Viele der Angehörigen setzen sich seit Jahren für rechtsstaatliche Lösungen und sicherheitsorientierte Rückführungsstrategien ein.

Das parlamentarische Frühstück bot ein parteiübergreifendes Forum zur Diskussion der Herausforderungen, persönliche Schicksale und der sicherheitspolitischen Implikationen dieses Themas.

Grafik zur CEP-Veranstaltung ‚A Lawless Space‘ mit Cover des Policy Papers über mutmaßlich IS-assoziierte Männer und Jungen aus Deutschland in Haft in Nordostsyrien sowie Webinar-Hinweis mit Namen der Referentin Sofia Koller und Datum 18. November 2025.

Am 18. November 2025 fand beim Counter Extremism Project ein Webinar zum Policy Paper „A Lawless Space – Alleged ISIS-affiliated Men and Boys from Germany detained in Northeastern Syria“ mit Prof. Ben Saul, Sofia Koller und  Iva Mrvovà statt. Die Aufzeichnung und das Papier sind unter folgendem Link abrufbar.

Politische und persönliche Perspektive

MdB Lamya Kaddor, Schirmherrin der Veranstaltung, eröffnete mit einem persönlichen Rückbezug: Als Lehrerin habe sie miterlebt, wie Schüler aus ihrem Umfeld nach Syrien ausgereist seien, um sich dem IS anzuschließen. Diese biografische Erfahrung habe ihre politische Haltung geprägt, die auf Prävention, Aufklärung und Verantwortung setze.

Kaddor berichtete von ihrer erst kurz zuvor beendeten Syrienreise mit Außenminister Wadephul. Sie betonte, dass es in der aktuellen Debatte eine klare Polarisierung zwischen Rückführung und Rückholung gebe: Deutschland diskutiere bislang fast ausschließlich über Rückführungen von in Deutschland straffällig gewordenen Personen in ihre Herkunftsländer, sowie die rechtliche Verantwortung der Länder für Straftäter, nicht aber über Rückholungen und die Übernahme eigener rechtlicher Verantwortung für Deutsche, die sich in Deutschland radikalisiert haben und im Ausland straffällig geworden seien.

Kaddor betonte weiterhin die sicherheitspolitische Brisanz der Situation: Laut dem  International Centre for Counter-Terrorism (ICCT) habe der IS alleine 2024 über 700 Anschläge in Syrien und Irak verübt.[1] In Syrien seien aktuell etwa 9.000 IS-Anhänger, darunter rund 800 Europäer in kurdischem Gewahrsam, darunter etwa 40 Männer mit Deutschlandbezug. Der ungeklärte Verbleib deutscher Häftlinge in Syrien könne neue Radikalisierungsimpulse setzen und perspektivisch ein Sicherheitsrisiko für Europa darstellen.

Sicherheitslage und Präventionsdimension

Der Terrorismusexperte Prof. Peter Neumann (King’s College London) ordnete die aktuelle Debatte in einen sicherheitspolitischen Rahmen ein. Rückkehrende „Foreign Terrorist Fighters“ (FTF) hätten seit 2015 als potenzielle Bedrohung für Europa gegolten. Doch die Erfahrung zeige: Keiner der nach Deutschland zurückgekehrten FTF sei bislang durch Anschläge oder schwere Straftaten aufgefallen.

Neumann führte diesen Erfolg auf die in Deutschland entwickelte Kooperationsstruktur zurück, die ein enges Zusammenspiel von Sicherheitsbehörden, Justiz, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Rückkehrkoordination und zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen ermögliche. Dieses „deutsche Modell“ sei international als Beispiel für eine ausgewogene Balance zwischen Sicherheit, Strafverfolgung und Prävention anerkannt.

Er nannte drei sicherheitsstrategische Argumente für eine geordnete Rückholung:

  • Rechtsstaatliche Verantwortung: Nur in Deutschland könne rechtssicher über Schuld und Unschuld entschieden werden.
  • Internationale Glaubwürdigkeit: Deutschland müsse zeigen, dass es seine Bürger nicht in rechtlosem Gewahrsam belässt.
  • Strategische Sicherheitsprävention: Die instabile Lage in Nordsyrien – einschließlich der geschwächten kurdischen Sicherheitskräfte infolge der verringerten Unterstützung durch die USA – erhöhe das Risiko von Gefängnisausbrüchen und unkontrollierten Rückkehrbewegungen.

Die deutsche Erfahrung zeige exemplarisch, dass innere Sicherheit dort entstehe, wo rechtsstaatliche Strafverfolgung, behördliche Koordination und zivilgesellschaftliche Prävention ineinandergreifen.

Diskussionsrunde beim parlamentarischen Frühstück von Grüner Vogel e.V. im Bundestag, mit Mikrofonen und Konferenztisch im Vordergrund.

Präventionspraxis

Angehörige deutscher IS-Häftlinge berichteten von völliger Isolation, Folter und Ungewissheit über das Schicksal ihrer Söhne, Brüder oder Kinder. Zwei Deutsche seien bereits in Haft verstorben[2]. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) habe seit Jahren keinen Zugang mehr zu den Gefangenen. Weiterhin berichteten die Angehörigen von Erpressungen durch Mitarbeiter des Haftsystems, was ein weiteres Mal dessen Fragilität und Korruptionsanfälligkeit verdeutlicht. 

Claudia Dantschke vom Verein Grüner Vogel e.V., der viele der Angehörigen begleitet, bezog sich in ihrem Statement auf das zu diesem Anlass vom Verein Grüner Vogel e.V. herausgegebene Policy Paper „Zwischen Haft und Rückkehr“[3] In diesem wird herausgearbeitet, wie die aktuelle Passivität Deutschlands sicherheitspolitische Risiken erhöht. Der fortgesetzte rechtsfreie Zustand der Haftanstalten schaffe Radikalisierungsräume und Märtyrer-Narrative, die von extremistischen Szenen in Europa gezielt genutzt würden.

Kernaussage der Publikation: „Kontrollierte Rückholung ist keine naive Geste, sondern ein Instrument der inneren Sicherheit.“

Die Publikation empfiehlt:

  • Einen gestuften Rückholprozess mit klaren Kriterien (Gesundheitszustand, Tatverdacht, Kooperationsbereitschaft),
  • Den Aufbau einer bundesweiten Rückkehrkoordination,
  • Eine frühzeitige Strafverfolgung zur Vermeidung unkontrollierter Rückkehr,
  • Die Einbindung zivilgesellschaftlicher Deradikalisierungsnetzwerke, die sich bei der Rückführung von Frauen und Kindern bewährt haben.

Dantschke verdeutlichte abschließend: „Nicht zu handeln heißt, Risiken zu exportieren und Kontrolle aufzugeben.“

Cover der Publikation im oberen Teil: Drei identische graue Stühle stehen nebeneinander vor einer grauen Wand, der mittlere Stuhl ist durch einen grünen Streifen im Hintergrund hervorgehoben. Darunter der Titel: Zwischen Haft und Rückkehr.

Wichmann, Fabian / Schedler, Hanno / Dantschke, Claudia (2025): Zwischen Haft und Rückkehr – Politische Optionen im Umgang mit inhaftierten IS-Anhängern aus Deutschland. Grüner Vogel e.V., Berlin. Download | Barrierearme Fassung | Download (Kurzfassung)

Analyse der sicherheitspolitischen Lage 

Die Publikation und das parlamentarische Frühstück verdeutlichten, dass sich die Sicherheitsbedingungen in Nordostsyrien 2025 weiter verschlechtert haben. Der IS verfügt laut UN-Berichten über rund 2.500 aktive Kämpfer, die vor allem in Deir ez-Zor, Raqqa und Al-Hasakah operieren. Der Angriff auf das al-Sina’a-Gefängnis (Hasakah, 2022), bei dem 500 Menschen starben und hunderte IS-Kämpfer entkamen, illustriert die fragile Sicherheitslage in der Region.[4]

Die Reduktion der maßgeblich von den USA finanzierten humanitären Hilfen und die volatile US-Außenpolitik habe die kurdischen Sicherheitsstrukturen zusätzlich geschwächt. Eine militärische Eskalation zwischen der syrischen Übergangsregierung unter Ahmed al-Scharaa und anderen lokalen und regionalen Akteuren könnte jederzeit zu einem Zusammenbruch des Haftsystems führen. Das Zentralkommando der US-amerikanischen Streitkräfte hat andere Nationen darum gebeten, ihre Staatsangehörigen zurückzuholen und auch logistische Unterstützung für diesen Prozess angeboten.[5]

Sicherheitsanalytisch ergibt sich daraus:

  • Langfristige Risiken entstehen weniger durch eine strukturierte Rückholung, sondern durch unkontrollierte Entlassung oder Ausbruch aus den Gefängnissen oder Lagern.
  • Rechtsstaatliche Verfahren in Deutschland ermöglichen Überwachung, Gefahrenbewertung und strafrechtliche Aufarbeitung.
  • Familienbasierte Reintegrationsmodelle – wie sie in der Deradikalisierungsarbeit von Grüner Vogel e.V. und anderen Projekten in Deutschland umgesetzt werden – zeigen Erfolge bei Rückkehrer*innen.

Erkenntnisgewinn durch Rückführung: Beweisbarkeit, Überprüfbarkeit, Strafverfahren

Ein zentraler sicherheitspolitischer und juristischer Vorteil einer kontrollierten Rückführung besteht in der Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu generieren, die strafrechtliche Prozesse erst ermöglichen oder substanziell untermauern. Die Überstellung von Beschuldigten nach Deutschland eröffnet konkrete Chancen:

  • Verfahrensökonomie und Beweiserhebung: In Deutschland existierende forensische, kriminaltechnische und kriminalpolizeiliche Kapazitäten erlauben die systematische Identifikation, Sammlung und Prüfung von Beweismitteln, die in Nordostsyrien nicht erbracht oder verlässlich gesichert werden können.
  • Überprüfbarkeit von Aussagen: Aussagen von Rückkehrern, Mitgefangenen und Zeugen lassen sich im Rahmen rechtsstaatlicher Ermittlungen gezielt verifizieren, etwa durch Abgleich mit unabhängigen Dokumentensammlungen oder mit Beweismitteln aus internationalen Ermittlungsmechanismen.
  • Erweiterung strafrechtlicher Möglichkeiten: Wenn Sachverhalte überprüfbar werden, können Anklagen nicht nur wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, sondern gegebenenfalls auch wegen konkreter Taten (Gewaltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen, Logistikunterstützung, Rekrutierung) erhoben werden. Dies erhöht die Chance, Verantwortliche wirksam zu verfolgen, dokumentierte Straftaten juristisch aufzuarbeiten und Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
  • Prozessuale Transparenz und rechtsstaatliche Legitimation: Gerichtliche Verfahren in Deutschland bieten Angeklagten die Möglichkeit zur Verteidigung; zugleich schaffen sie eine dokumentierte, rechtsstaatlich überprüfbare Aufarbeitung, die für Opferschutz, gesellschaftliche Aufklärung und internationale Kooperation wichtig ist.

Erst die Rückholung ermöglicht strukturierte Beweissicherung, verlässliche Zeug*innenvernehmungen und die rechtliche Aufarbeitung möglicher IS-Verbrechen. Strafverfahren schaffen Transparenz, stärken die Legitimation des Rechtsstaats und dienen Opfer- wie Staatsschutz.

Langer Frühstückstisch mit Kaffee, Obst und Unterlagen beim parlamentarischen Frühstück im Bundestag, Teilnehmende im Gespräch über sicherheitspolitische Fragen.

Das Märtyrer-Narrativ: Rolle als Treiber weiterer Radikalisierung

Ein weiterer kritischer Befund der Veranstaltung und der zugrunde liegenden Publikation ist die symbolische Aufladung inhaftierter, isolierter IS-Mitglieder zu „Märtyrern“- ein Narrativ, das in mehreren sicherheitsrelevanten Dimensionen gefährlich wirkt:

  • Rekrutierungs- und Motivationsfunktion: Rechtlose Haft, fehlende Verfahren und isolierende Haftbedingungen werden von extremistischen Netzwerken als Beleg für staatliche „Ungerechtigkeit“ instrumentalisiert. Solche Narrative können potenziell zur Rekrutierung neuer Anhänger dienen, indem sie Opfermythen und Rachemotive nähren.
  • Legitimationsfunktion für Gewalt: Die Verherrlichung inhaftierter Kämpfer als Märtyrer bietet ideologische Rechtfertigungen für Nachfolgegewalt und radikalisiert insbesondere junge, online-affine Zielgruppen.
  • Soziale Resonanz: In Communities mit hoher Gefährdung (z. B. soziale Milieus mit vorhandenen Bindungen an extremistischen Ideologien) kann das Märtyrerbild die soziale Anerkennung von Gewaltverherrlichung stärken und Rückholverweigerung als staatliche Schwäche interpretieren.

Eine kontrollierte Rückholung und eine rechtsstaatliche Strafverfolgung eröffnen nicht nur individuelle Deradikalisierungsmaßnahmen, sondern entziehen dem Märtyrer-Narrativ den Boden. Gerichtsverfahren und transparente Aufarbeitungsprozesse setzen konkrete Gegen-Narrative zur Propaganda, indem sie Verantwortlichkeit, Öffentlichkeit und staatsseitige Handlungsfähigkeit demonstrieren. Diese Maßnahmen wirken präventiv auf die Radikalisierungsdynamik und schwächen diese auf längere Sicht strategisch ab.

Schlussbemerkung

Das parlamentarische Frühstück zeigte auf, dass Nichthandeln sicherheitspolitisch und humanitär erhebliche Risiken birgt. Eine kontrollierte Rückholung unter rechtsstaatlichen Bedingungen bekräftigt nicht nur humanitäre Normen, sondern ermöglicht konkrete Ermittlungs- und Beweissicherungsprozesse, die zu effektiven Strafverfahren führen. Darüber hinaus entzieht sie extremistischen Narrativen – allen voran dem Opfer-Mythos – die ideologische Grundlage, die zu weiterer Radikalisierung beiträgt. Die präsentierten Empfehlungen verbinden deshalb Strafverfolgung, Prävention und gesellschaftliche Integration zu einer kohärenten Sicherheitsstrategie.


[1] https://icct.nl/publication/islamic-state-2025-evolving-threat-facing-waning-global-response

[2] https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/report-mainz/swr-recherche-unit/IS-Todesfall-100.html

[3] https://gruenervogel.de/news/publikation-zwischen-haft-und-rueckkehr/

[4] Vgl. Fußnote 3

[5] https://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/4315974/centcom-urges-nations-to-repatriate-displaced-and-detained-people-from-syria/