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Fachtag 2026: Zwischen Beratung und Therapie

Schnittstellen in der Deradikalisierungsarbeit gestalten

Wir laden Sie herzlich zu unserer Fachtagung am 26. März 2026, 9:30 – 17.00 Uhr in den Osram-Höfen in Berlin ein.

Wenn Menschen Anzeichen von Radikalisierung zeigen oder sich aus extremistischen Strukturen lösen wollen, treffen Beratung und Psychotherapie oft genau dann aufeinander, wenn es besonders komplex wird: Krisen, psychische Belastungen, traumatische Erfahrungen, Identitäts- und Sinnkonflikte oder instabile soziale Situationen beeinflussen Distanzierung und Ausstieg unmittelbar. In der Praxis stellt sich dann weniger die Frage, ob Unterstützung nötig ist, sondern wie sie so organisiert werden kann, dass Übergänge tragen und Versorgung nicht abreißt.

Genau darum geht es bei unserem Fachtag 2026: Wir schauen struktur- und praxisorientiert auf Schnittstellen zwischen Beratung, Therapie und weiteren Hilfesystemen. Wo fehlen klare Zuständigkeiten? Wie gelingen Übergänge? Welche niedrigschwelligen Wege erreichen Klient*innen, die therapeutische Angebote (noch) nicht annehmen können? Und wie lassen sich nachhaltige Versorgungsmodelle entwickeln, die sich in Justiz-, Gesundheits- und Präventionsstrukturen einfügen?

Gemeinsam mit BIOS-BW e.V. und nexus arbeiten wir mit Fallbeispielen, fachlichen Perspektiven und Diskussionen daran, Brüche in der Versorgung sichtbar zu machen und konkrete Wege zu entwickeln, wie Kooperation langfristig gelingen kann. 

Außerdem feiern wir ein kleines Jubiläum: 5 Jahre Grüner Vogel e.V. und laden Sie herzlich zum Get Together am Ende des Tages ein.

Alle Details entnehmen Sie bitte dem angefügten Programm.  

Anmeldungunter:https://eveeno.com/223026978

Anmeldeschluss ist der 20. März 2026.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Beteiligung. Aktuelle Infos wie immer auf unserer Homepage unter www.gruenervogel.de/fachtag-2026.

FR: Chaos in Syrien und entkommene Kämpfer: Die Angst vor erstarktem „Islamischem Staat“ wächst

Die Berichte über entkommene IS-Kämpfer aus Gefängnissen in Nordostsyrien verdeutlichen die anhaltende Fragilität der Situation vor Ort – mit Folgen für Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und die betroffenen Familien. Wo Haftorte, Bewachung und Zuständigkeiten sich in kurzer Zeit verändern, entstehen Lücken: Informationen sind schwer verifizierbar, Verfahren werden unsicher, und Risiken können sich schnell verschärfen.

Im Artikel der Frankfurter Rundschau wurde Claudia Dantschke zu diesen Entwicklungen interviewt. Sie macht darin deutlich, dass die Unterbringung tausender IS-Inhaftierter in einem instabilen Konfliktgebiet dauerhaft mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. Unklare Kontrollverhältnisse und eingeschränkte Informationslagen verschärfen diese Dynamik zusätzlich – auch mit Blick auf Angehörige in Deutschland, die nicht wissen, wie sich die Lage für ihre Familienmitglieder entwickelt.

Als Grüner Vogel e.V. befassen wir uns in unseren Publikationen seit Jahren mit diesen Fragen, insbesondere mit den Schnittstellen von Haft, Rückkehr, Strafverfolgung und Prävention. Unsere Beiträge bündeln Erfahrungen aus der Beratungspraxis und fachliche Analysen und zeigen, welche Voraussetzungen es braucht, damit Sicherheitsinteressen, rechtsstaatliche Verfahren und langfristige Prävention zusammengedacht werden können.

Artikel lesen

Cover der Publikation im oberen Teil: Drei identische graue Stühle stehen nebeneinander vor einer grauen Wand, der mittlere Stuhl ist durch einen grünen Streifen im Hintergrund hervorgehoben. Darunter der Titel: Zwischen Haft und Rückkehr.

Wichmann, Fabian / Schedler, Hanno / Dantschke, Claudia (2025): Zwischen Haft und Rückkehr – Politische Optionen im Umgang mit inhaftierten IS-Anhängern aus Deutschland. Grüner Vogel e.V., Berlin. Download | Barrierearme Fassung | Download (Kurzfassung)