Die Berichte über entkommene IS-Kämpfer aus Gefängnissen in Nordostsyrien verdeutlichen die anhaltende Fragilität der Situation vor Ort – mit Folgen für Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und die betroffenen Familien. Wo Haftorte, Bewachung und Zuständigkeiten sich in kurzer Zeit verändern, entstehen Lücken: Informationen sind schwer verifizierbar, Verfahren werden unsicher, und Risiken können sich schnell verschärfen.
Im Artikel der Frankfurter Rundschau wurde Claudia Dantschke zu diesen Entwicklungen interviewt. Sie macht darin deutlich, dass die Unterbringung tausender IS-Inhaftierter in einem instabilen Konfliktgebiet dauerhaft mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. Unklare Kontrollverhältnisse und eingeschränkte Informationslagen verschärfen diese Dynamik zusätzlich – auch mit Blick auf Angehörige in Deutschland, die nicht wissen, wie sich die Lage für ihre Familienmitglieder entwickelt.
Als Grüner Vogel e.V. befassen wir uns in unseren Publikationen seit Jahren mit diesen Fragen, insbesondere mit den Schnittstellen von Haft, Rückkehr, Strafverfolgung und Prävention. Unsere Beiträge bündeln Erfahrungen aus der Beratungspraxis und fachliche Analysen und zeigen, welche Voraussetzungen es braucht, damit Sicherheitsinteressen, rechtsstaatliche Verfahren und langfristige Prävention zusammengedacht werden können.

Wichmann, Fabian / Schedler, Hanno / Dantschke, Claudia (2025): Zwischen Haft und Rückkehr – Politische Optionen im Umgang mit inhaftierten IS-Anhängern aus Deutschland. Grüner Vogel e.V., Berlin. Download | Barrierearme Fassung | Download (Kurzfassung)